Sonntag, 9. Januar 2011

Samstag, 8. Januar 2011

Lebenslang Lehrling Bleiben!

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Torsten Wahl

Der Zufall führt sie zusammen: Antoine (Francois Cluzet) klopft auf der Suche nach einer Verflossenen an eine Wohnungstür, doch statt dessen öffnet schlaftrunken Fred (Guillaume Depardieu). Der läßt Antoine fürs erste einziehen, denn die Wohnung ist groß und der eigentliche Mieter selten da. Aus einer Nacht werden schnell ein paar Jahre, in denen sich die beiden grundverschiedenen Typen aufeinander einstellen und anfreunden.

Pierre Salvadori, ein hierzulande bislang unbekannter, junger Regisseur, rafft die Vorgeschichte im Vorspann zusammen und beginnt mit der, offenbar recht kenntnisreichen, Beschreibung einer Männerwirtschaft, die von der Umwelt fast abgeschlossen ist - und deshalb schon etwas mieft. Man glaubt förmlich den Geruch von Schweißsocken, Erdnußfett und Essensresten zu riechen. Aber es geht den beiden gar nicht so übel: Miete zahlen sie nicht, Lebensmittel "besorgt" Fred im Supermarkt - auch wenn die Ernährung etwas einseitig wird, denn er klaut meist eckiges Tieffrostzeug, das gut in seine Hosentaschen paßt.

So können sie sich in ihre Hobbys vertiefen: Antoine, der Ältere, schreibt Stücke, Fred schmökert in Biker-Magazinen. In Fluß kommen die Dinge erst, als ihre Behausung verkauft werden soll, eines Tages gar wildfremde Interessenten vor ihrem Bett stehen. Nun übertreffen sich die beiden in kurioser Hilflosigkeit, begehen sogar den wohl tolpatschigsten Einbruch der Filmgeschichte.

Pierre Salvadori führt seine Helden als exemplarische Anfänger vor. Sie häufen nicht etwa Erfahrungen an, sondern stehen immer wieder ganz am Anfang, tasten sich mühsam mit einer "Try-and-Error"-Methode durch das Abenteuer Leben. Es gibt Situationen im Leben, da hilft kein Plan.

Mit Francois Cluzet und Guillaume Depardieu ist diese kleine feine Komödie, im letztjährigen Berlinale-"Panorama" ein Publikumsrenner, perfekt besetzt: Als von Selbstzweifeln zernagter Existententialist, der sogar als Verfasser von Kreuzworträtseln nur Begriffe wie Einsamkeit, Selbstmord, Resignation verschlüsselt, zeigt Cluzet ungewohnt komische Seiten. Depardieu, endgültig aus dem Schatten des übermächtigen Papa getreten, gefällt mit einer Mischung aus Rotzigkeit und kindlicher Schüchternheit.

Salvadori hat ihnen knappe, witzige Dialoge auf den Leib geschrieben, die sie nicht zu Gagmaschinen reduzieren. Sie nehmen sich auf die Schippe und nehmen sich dennoch ernst. "Die Anfänger" beweist die seltene Kunst, den Niederungen des Alltags urkomische Seiten abzugewinnen - nicht etwa nur lustige, liebe einheimische Spaßfilmemacher! Salvadoris unspektakuläres, unpathetisches Hohelied auf die wahre Freundschaft ist von warmer Menschlichkeit durchdrungen und zeigt auf eine erfrischend leichte, sympathische Weise: Wer lebenslänglich Lehrling bleiben kann, hat einfach mehr vom Leben. +++

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1997/0213/seite1/0050/index.html


Les Apprentis - Bande annonce FR
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Freitag, 7. Januar 2011

Alles Wird Gut!

Manchmal reicht es nicht, dass man dem Richtigen Vertraut.
Oder den Richtigen liebt.
Denn was nützt das alles, wenn man nicht lieben lässt?
Wenn auseinander gerissen wird, was vermeintlich zusammen gehört.

Man sollte nicht aufgeben.
Festhalten, sich in Geduld üben.
Was auch passieren mag, es wird einen Sinn ergeben.
Auch wenn man diesen, in jenem Augenblick, nicht vernehmen mag.

Alles wird gut.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Freitag, 24. Dezember 2010

Montag, 20. Dezember 2010

Sonntag, 19. Dezember 2010

If you can hear butterflies laugh you know what clouds taste like!

"Ich verliebe mich jeden Monat so viele Male, wie ein Zugvogel die Flügel schlägt, um von Europa in die Sahara zu fliegen." Fräulein Jensen und die Liebe / Anne Hansen

Liebe - ein unordenliches Gefühl / Richard David Precht

Donnerstag, 16. Dezember 2010